Buchbesprechungen - Alebrijes Band I u. Alebrijes Band II


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Alebrijes - Meisterstücke mexikanischer Bildhauer und Maler

Endlich ist es soweit. Eine Lücke auf dem europäischen Buchmarkt wird geschlossen.

Hartmut Zantke ist, wie mancher begeisterter Sammler, aus dem Wunsch heraus, über die Historie und Herstellung von mexikanischen Alebrijes mehr wissen zu wollen, Autor geworden. Bei einer Ausstellung mexikanischer Kunst im Jahr 1991 sah ererstmals bemalte Holzskulpturen indigener Künstler, einen Jaguar mit menschlichem Gesicht, eine Katze mit blauen, roten und gelben Zapoteken-Ornamenten auf schwarzem Grund, ein fettes, viel zu langes Schwein bemalt mit bunten Blumen und weißen Tauben. Die Kombination leuchtender Farben auf den exzentrischen Skulpturen faszinierten ihn. Der Verkäufer nannte dieSkulpturen: „Alebrijes". Seit diesem Tag interessierte sich der Autor für die aus Pappmaché oder Holz hergestellten, meist tierähnlichen mexikanischen Fantasieskulpturen. Literatur über mexikanische Kunst wurde nach der Historie und der Herstellung der Alebrijes durchgesehen, Angebote von Internet-Galerien auf qualitätsvolle Alebrijes überprüft und besonders interessante Kunstobjekte, die der Autor als „echte" Alebrijes bezeichnet, erworben. Hierbei stellte er fest, dass heute aus kommerziellen Gründen alle Holzbildhauerarbeiten und Schnitzereien aus dem mexikanischen Bundesstaat Oaxaca als „Alebrijes" bezeichnet werden, obwohl sie überwiegend serienmäßig und billig als Souvenirs produziert sind und mit dem Kunstobjekt „Alebrijes" nur den Namen gemeinsam haben. Hervorragende Bildhauer- und Schnitzarbeiten werden überall in der Welt, vor allem in China und Japan, aber auch in Deutschland hergestellt. Dagegen sind die „echten" Alebrijes mexikanischer Künstler nicht nur hochwertige Bildhauer-und Schnitzarbeiten, sondern eine Symbiose aus Skulptur und fantastischer Malerei; die Bildhauerarbeit ist anstelle einer Leinwand die Grundlage für dreidimensionale Gemälde. Die Künstler verwenden überwiegend die Formen, Farbkombinationen, Ornamente und Bilderschriften ihrer Vorfahren aus einer Jahrtausende alten Kultur. Die Form und die Bemalung der Holzskulpturen zeigt eine faszinierende Mischung von verschiedenen Elementen der kulturellen, physischen und religiösen Umgebung und Traditionen des Künstlers. Die Mythen und Legenden der indigenen Vorfahren, insbesondere der Olmeken, Maya, Azteken, Zapoteken und Mixteken, bewahrt unter anderem in den Skulpturen und Fresken der Ruinen des Monte Albán, von Mitla und den in Museen ausgestellten prähistorischen archäologischen Funden, sowie die künstlerischen Arbeiten der christlichen spanischen Eroberer, mischen sich bei den Alebrijes zu einer kreativen, einzigartigen Kunstform.

Die Philosophie der indigenen Völker Amerikas ist eng mit der Natur und den Tieren verbunden.Sie ist der Auffassung, dass jeder Mensch ein Wesen aus seiner Umwelt als geistiges Gegenstück hat. So wird zum Beispiel jeder Tag des Azteken-Kalenders durch eine Pflanze, ein bestimmtes Tier oder eine Naturerscheinung dargestellt. Hieraus ist zu erklären, warum die Alebrijes mexikanischer Künstler, die ihre Ideen aus der geistigen und religiösen Welt ihrer indigenen Vorfahren beziehen, vor allem Tiere des Azteken-Kalenders darstellen.

Nach der Eroberung Mexikos durch die Spanier im 16. Jahrhundert und der Zerstörung fast seiner gesamten indigenen Kultur ist die Herstellung von bemalten Skulpturender Wesen der Jahreskalender in Vergessenheit geraten. Pedro Lineares López wiederbelebte um das Jahr 1936 alte Traditionen seiner indigenen Vorfahren und stellte bemalte Fabelwesen aus Pappmaché her, die er „Alebrijes" nannte. Manuel Jimenez begann im Jahr 1980 Fabelwesen aus dem Holz des Copal-Baumes mit seiner Machete zu hauen, die Details zu schnitzen und die Alebrijes mit den Mustern und Farben seiner Vorväter zu bemalen. Aufgrund seiner kaufmännischen Fähigkeiten gelang es ihm, seine Kunstobjekte zunächst in Mexiko und den USA, später auch weltweit an Museen und Sammler mexikanischer Kunst zu verkaufen.

Die heutige Kunst der Alebrijes aus bemaltem Holz ist erst ca. 30 Jahre alt, somit noch zu jung, damit sie auch weltweit in der Kunstszene Verbreitung finden konnte. Der Kunsthandel, insbesondere in Europa und Asien, ist sich bisher nicht der Schönheit und der künstlerischen Qualität der von mexikanischen Bildhauern und Malern hergestellten „echten" Alebrijes bewusst. Millionen von Urlaubern in Mexiko sind die als „Alebrijes" bezeichneten bemalten Schnitzereien aufgefallen und haben das eine oder andere billig angebotene Objekt als Souvenir gekauft, ohne jedoch deren Historie und „echte" Alebrijes namhafter mexikanischer Bildhauer und Maler zu kennen. Dieses Buch soll dazu beitragen, diese Wissenslücke zu schließen und die Kunstform der Alebrijes weltweit bekannt zu machen.

Das Buch gliedert sich in zwei Teile: Den Textteil und den Bildteil.

Der Textteilstellt die historischen Wurzeln der Alebrijes und deren Herstellung in den Zentren der Bildhauer und Maler in dem mexikanischen Bundesstaat Oaxaca dar mit den Biografien bedeutender mexikanischer Künstler.

Der Bildteil mit 272 Fotos von Alebrijes gibt einen Überblick über diese in den letzten Jahren hergestellten Kunstobjekte. Das Buch hat ca. 428 Seiten in einer Größe von 27 x 31 cm und ist über den Sozialkartei-Verlag in Leonberg / Stuttgart, Deutschland zu erwerben.

http://www.alebrijes-mexico.de

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Buch überAlebrijes erschienen


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er schon einmal eine Mexiko Reise unternommen hat, kennt sie bestimmt: die bunten Tiere und Phantasiegestalten aus Holz oder Pappmaché namens "Alebrijes". Mit Detailverliebtheit und viel Geduld schaffen die Künstler aus Mexiko sagenhafte Fabeltiere mit leuchtendenFarben und harmonischen Formen. Ein Buch über die Entstehung der Alebrijes (ein Künstler soll sie im Fieberwahn gesehen und nach seiner Genesung nachgebildet haben) und ihre (wirtschaftliche) Bedeutung für die Kunsthandwerker war schon längst überfällig. Hartmut Zantke hat sich an diese große Aufgabe herangetraut und den 428-seitigen Band "Alebrijes – Meisterwerke mexikanischer Bildhauer und Maler" auf deutscher, englischer und spanischer Sprache verfasst. Natürlich ist der Band mit vielenFotos (insgesamt 272) besonderer Alebrijes illustriert.

Das Buch ist doch ein ausgefallenes Geschenk für Mexiko-Liebhaber mit einer Vorliebe für die wunderschön bemalten Holztiere! Es ist für 59 Euro beim Sozialkartei-Verlag erschienen.
Und wer in Mexiko ist und die Herstellung der Alebrijes mit eigenen Augen verfolgen möchte, der sollte einen Zwischenstopp in der Stadt und dem Bundesstaat Oaxaca einplanen.

http://www.individualreisen-mexiko.de/buch-uber-alebrijes-erschienen.html




Alebrijes - Meisterstücke von Jacobo und María Ángeles

Neuerscheinung: Anfang 2013 ist der Band II des Buchs „Alebrijes“ in Englisch, Spanisch und Deutsch erschienen.

Das vorliegende Buch ist Biografie, Bilderbuch und Bekenntnis zur Kunst der Bildhauer und Maler María und Jacobo Ángeles aus San Martin Tilcajete. Es zeichnet ihre Entwicklung aus einfachen Verhältnissen ihrer zapotekischen Familien zu bedeutenden Künstlern und legt ihre Denkweise und Arbeitsweise dar, die tief verwurzelt sind in der jahrtausendalten Geschichte ihrer Vorfahren.

Bei einer Verkaufsausstellung mexikanischer Kunst im Jahr 1991 sah der Autor Hartmut Zantke erstmals bemalte Holzskulpturen indigener Künstler. Die Kombination leuchtender Farben auf den exzentrischen Skulpturen faszinierten ihn. Der Verkäufer nannte die Skulpturen „Alebrijes". Seit diesem Tag interessierte sich der Autor für die aus Pappmaché oder Holz hergestellten, meist tierähnlichen mexikanischen Fantasieskulpturen.

Literatur über mexikanische Kunst wurde nach der Historie und der Herstellung der Alebrijes durchgesehen, Angebote von Internet-Galerien auf qualitätsvolle Alebrijes überprüft und besonders interessante Kunstobjekte, die der Autor als „echte" Alebrijes bezeichnet, erworben. Hierbei stellte er fest, dass heute aus kommerziellen Gründen alle Holzbildhauerarbeiten und Schnitzereien aus dem mexikanischen Bundesstaat Oaxaca als „Alebrijes" bezeichnet werden, obwohl sie überwiegend serienmäßig und billig als Souvenirs produziert sind und mit dem Kunstobjekt „Alebrijes" nur den Namen gemeinsam haben. Dagegen sind die „echten" Alebrijes mexikanischer Künstler nicht nur hochwertige Bildhauer-und Schnitzarbeiten, sondern eine Symbiose aus Skulptur und fantastischer Malerei; die Bildhauerarbeit ist anstelle einer Leinwand die Grundlage für dreidimensionale Gemälde. Die Künstler verwenden überwiegend die Formen, Farbkombinationen, Ornamente und Bilderschriften ihrer Vorfahren aus einer Jahrtausende alten Kultur. Die Form und die Bemalung der Holzskulpturen zeigt eine faszinierende Mischung von verschiedenen Elementen der kulturellen, physischen und religiösen Umgebung und Traditionen des Künstlers.

Die Künstler María und Jacobo Ángeles haben in den letzten Jahren die Kunst der Alebrijes weiterentwickelt und eine eigene durch ihre indigene Kultur geprägte moderne Miniaturmalerei geformt. Sie enthält Elemente aus der Natur und zeichnet sich durch große Kreativität und ein unglaubliches Farbgefühl aus. Die Malerei erinnert in ihrer Exaktheit und ihren Farbkompositionen an die persische und indische Miniaturmalerei. Die Arbeiten von María und Jacobo Ángeles unterscheiden sich jedoch von der üblichen Miniaturmalerei vor allem durch ihre Dreidimensionalität, mit dem Zusammenwachsen von Bildhauerei und Malerei.

Als Grundlage für die Malerei benutzen María und Jacobo Ángeles statt Leinwand das Holz der Äste und des Stamms des Copal-Baumes. Dieser wächst hauptsächlich in den tropischen Gegenden von Mexiko, zum Beispiel in Michoacan, Oaxaca, Guerrero und Veracruz.

Man merkt es María und Jacobo Ángeles an, Malerei ist ihre Leidenschaft, sie sind besessen von den Materialien Holz und Farben. Hierbei binden sie ihre Mitarbeiter in ihre Vorstellungskraft ein, bilden sie aus, zeigen ihnen, wie Naturfarben gemischt und verwendet werden, und überlassen ihnen Freiraum für die eigene Kreativität. Damit geben sie nicht nur ihre Technik, sondern auch ihre Erfahrungen und ihr Verständnis für künstlerisches Denken an die nächste Generation weiter.

María und Jacobo Ángeles verwenden die zapotekischen Muster wegen ihrer kulturellen Bedeutung. Diese wollen sie bekannt machen und damit die alte indigene Kunst an die Nachwelt weitergeben. Zahlreiche ihrer Arbeiten sind nur mit zapotekischen Symbolen bemalt. Für eine Skulptur benötigen sie oft acht bis zehn Monate bis zur Fertigstellung.

Der Band II des Buchs „Alebrijes“ gliedert sich in zwei Teile: Den Textteil und den Bildteil. Der Textteil stellt den Lebensweg der Eheleute Jacobo und María Ángeles und ihre künstlerische Entwicklung zu bedeutenden Bildhauern und Malern dar. Die 137 überwiegend ganzseitigen Fotos von Alebrijes geben einen Überblick über die von Jacobo und María Ángeles in den letzten Jahren hergestellten Kunstwerke. Das Buch hat ca. 210 Seiten in einer Größe von 27 x 31 cm und kostet 49,00 EUR.

Auf Einladung des Museo de Arte Popular (MAP) wird der Autor H. Zantke den neu erschienenen Band II und auch den Band I am 26. März 2013 um 19:00 Uhr in Mexico City präsentieren.

Nadine Veit